Stiftung Warentest Matratzen

Die Stiftung Warentest untersucht im Matratzen Test seit mehren Jahren Produkte und hat insgesamt schon 316 Matratzen getestet. 2 Mal im Jahr kommen in etwa 12 neue Modelle hinzu. Wie die Stiftung Warentest die Matratzen untersucht, welche Matratzen die Testsieger waren und welche die Matratze die beste jemals getestete Matratze war erfÀhrst du in diesem Artikel:

Stiftung Warentest Testsieger Matratzen 2015-2018

NameNoteAusgabeArt
Bodyguard Matratze1,8 (GUT)07/2015Kaltschaummatratze
Malie Polar2,2 (GUT)02/2017Federkernmatratze
Aldi (Nord) Novitesse Memolux 902,3 (GUT)03/2018Schaumstoffmatratze
Casper Matratze2,3 (GUT)09/2017Schaumstoffmatratze
Smood Matratze2,3 (GUT)09/2016Schaumstoffmatratze
Schlaraffia Viva Plus Aqua2,3 (GUT)04/2015Federkernmatratze

Wie werden die Produkte gekauft?

FĂŒr seine Tests erwirbt Stiftung Warentest die Matratzen anonym im Handel. In den entsprechenden GeschĂ€ften wird explizit nach mittelharten Produkten in der GrĂ¶ĂŸe 90x200 Zentimeter gefragt, die auf das Körpergewicht des jeweiligen EinkĂ€ufers abgestimmt sein sollen. Handelt es sich um Matratzen fĂŒr Boxspringbetten, werden Matratzen in der GrĂ¶ĂŸe 180x200 Zentimeter gekauft. Das Institut testet weder kostenfrei zur VerfĂŒgung gestellte Muster noch Prototypen.

Wie untersucht Stiftung Warentest die Matratzen?

Seit 2017 werden Matratzen im Stiftung Warentest Matratzen Test nach verĂ€nderten Kriterien bewertet. Da es zuvor zu keinerlei AuffĂ€lligkeiten bei der Bewertung des Schlafklimas gekommen war, wird dieser Punkt seitdem nicht mehr ĂŒberprĂŒft. Stattdessen ist nun die Kategorie "Haltbarkeit" wichtiger fĂŒr das Gesamturteil.

In die Bewertung fließen die Punkte "Liegeeigenschaften" (35 Prozent), "Haltbarkeit" (25 Prozent), "Bezug" (10 Prozent), "Gesundheit und Umwelt" (10 Prozent), "Handhabung" (10 Prozent) sowie "Deklaration und Werbung" (10 Prozent) ein.

Liegeeigenschaften

FĂŒr die ÜberprĂŒfung des Kriteriums "Liegeeigenschaften" wird die Matratze auf eine starre OberflĂ€che gelegt. Mithilfe von vier Testpersonen werden sodann die AbstĂŒtzeigenschaften fĂŒr RĂŒcken- und SeitenschlĂ€fer ermittelt. ÜberprĂŒft wird dafĂŒr die "KontaktflĂ€che", also wie tief die Testpersonen wĂ€hrend des Liegens in die Matratze einsinken; der "LageĂ€nderungswiderstand", also wie leicht es den Testern fĂ€llt, sich hin- und herzudrehen; die "Druckverteilung", also wie ausgewogen sich das Gewicht verteilt; und der "Schulterklappeffekt", also ob die Schultern nach oben drĂ€ngen, wenn die Tester auf dem RĂŒcken liegen. PunktelastizitĂ€t, Nachschwingverhalten, der bemerkbare Kontakt mit dem Rost und die GerĂ€usche, die bei Bewegungen entstehen, zĂ€hlen zu den Komforteigenschaften und werden ebenfalls berĂŒcksichtigt.

Haltbarkeit

Um die Matratze auf das Kriterium "Haltbarkeit" zu testen, kommt eine 140 Kilogramm schwere Walze zum Einsatz. Sie wird 60000 mal ĂŒber das Produkt gerollt. Dies soll eine achtjĂ€hrige Nutzung der Matratze simulieren. Es wird ebenfalls ĂŒberprĂŒft, wie Feuchtigkeit und Temperatur die Haltbarkeit beeinflussen: DafĂŒr wird die Matratze zunĂ€chst 24 Stunden lang bei 37 Grad Celsius und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit in einer Klimakammer aufbewahrt. Im Anschluss wird sie 16 Stunden lang mit einem Gewicht von 1000 Newton belastet. Die Höhe, HĂ€rte und die Federkennlinie der Matratze vor und nach dem Test werden schließlich miteinander verglichen.

Bezug

FĂŒr die Bewertung des Bezugs wird getestet, ob dieser waschbar ist, wie hochwertig die Verarbeitung ist und wie der Bezug auf Feuchtigkeit reagiert.

Gesundheit und Umwelt

FĂŒr das Kriterium "Gesundheit und Umwelt" ĂŒberprĂŒft Stiftung Warentest zunĂ€chst die Raumluftbelastung: HierfĂŒr werden 24 Stunden und 28 Tage nach dem Auspacken der Matratze flĂŒchtige organische Verbindungen gemessen. Anschließend ĂŒberprĂŒfen acht Testpersonen, ob von dem Produkt schlechte GerĂŒche ausgehen. Um mögliche schĂ€dliche Stoffe zu identifizieren, werden der Bezug und der Matratzenkern auf Pestizid-RĂŒckstĂ€nde und andere halogen-orga­nische Verbindungen getestet. Zuletzt bewertet das Institut, wie gut die einzelnen Bestandteile der Matratze getrennt voneinander entsorgt werden können.

Handhabung

In der Kategorie "Handhabung" ĂŒberprĂŒfen mehrere Experten, ob das Produkt gut transportiert und gewendet werden kann.

Deklaration und Werbung

Schließlich werden fĂŒr den Punkt "Deklaration und Werbung" die Werbeaussagen und Produktangaben des Herstellers bewertet.

Erhalten die getesteten Matratzen in manchen Punkten nur mittlere bis schlechte Bewertungen, schlÀgt sich dies auf das Gesamturteil und das Urteil in einzelnen Testkategorien nieder. Je schlechter die Urteile ausfallen, desto stÀrker fÀllt auch die Abwertung des Produkts aus.

HEIA-System der Stiftung Warentest

Bei seinen Tests wendet Stiftung Warentest das sogenannte HEIA-System an: Die vier Buchstaben stehen dabei fĂŒr die vier hĂ€ufigsten Körpertypen, da eine Matratze je nach Körperbau und Schlafgewohnheiten unterschiedliche Merkmale aufweisen muss.

H-Typ

Der H-Typ ist groß, schwer und eher kompakt gebaut. Die Schultern, die Brust und der Bauch fallen ungefĂ€hr gleich krĂ€ftig aus, die HĂŒfte hingegen etwas schmaler. Der H-Typ hat mehr Bauch als Po.

E-Typ

Der E-Typ ist ebenfalls groß, hat jedoch eine normale bis schlanke Figur. Seine HĂŒften sind schmaler als seine Schultern. Weder sein Bauch noch sein GesĂ€ĂŸ sind krĂ€ftig.

I-Typ

Die I-Typen sind höchstens mittelgroß und von leichter Statur. Auch hier sind Schultern und HĂŒfte ungefĂ€hr gleich breit gebaut, weder Bauch noch Po sind ausgeprĂ€gt.

A-Typ

Beim A-Typ liegt der Schwerpunkt im Becken: Er ist klein bis mittelgroß mit schmalen Schultern und schlanker Taille. Jedoch sind Oberschenkel und GesĂ€ĂŸ tendenziell krĂ€ftig.

Insgesamt bewertet Stiftung Warentest nach acht verschiedenen Schlaftypen: Die vier HEIA-Körpertypen mit jeweils zwei Liegegewohnheiten (Seiten- und RĂŒckenschlĂ€fer). Eine explizite Empfehlung fĂŒr BauchschlĂ€fer wird hingegen nicht ausgesprochen, denn nach Angaben von Stiftung Warentest macht diese Gruppe lediglich 0,3 bis 10 Prozent der Bevölkerung aus.