Die beste Matratze

Stiftung Warentest bemüht sich regelmäßig um Matratzentests. Bisher wurden 316 Modelle insgesamt getestet. Ausschlaggebend für den Kauf sollten die jeweils aktuellen Ergebnisse sein. Allerdings stellt sich die Frage: Wie sinnvoll sind diese Gesamtnoten eigentlich?

Stiftung Warentest zieht zur Bewertung der getesteten Matratzen sieben klar definierte Kriterien heran, die für einen erholsamen Nachtschlaf nicht unbedingt ausschlaggebend sind. Die Gesamtnote ist ein Mittel, das aus allen sieben untersuchten Eigenschaften errechnet wird. Und da spielen dann eben auch Deklaration und Werbung sowie die Handhabung hinein. Eine Matratze kann also im Prinzip hervorragende Liegeeigenschaften haben, haltbar sein und auch in Sachen Gesundheit große Vorteile haben. Wird die Matratze unzureichend deklariert oder unpassend beworben, wird sie dafür abgestraft und hat eine schlechtere Gesamtnote. Wie wichtig sind die Werbekampagnen der Hersteller für Schlaf und Haltbarkeit der Matratze? Wer sich für die Testergebnisse interessiert und sie in die Kaufentscheidung einbeziehen will, sollte genau hinsehen und differenzieren.

Die beste jemals getestete Matratze

Die insgesamt beste Note für einen Testsieger wurde im Jahr 2015 vergeben: Die beste jemals getestete Matratze nennt sich Bodyguard Matratze und kommt vom Hersteller Bett1. Die Matratze wurde mit der Note 1,8 bewertet, was bisher von keiner Matratze im Matratzen Test übertroffen werden konnte.

Wie testet die Stiftung Warentest?

Stiftung Warentest arbeitet transparent, die Bewertungskategorien sind mit ihrer jeweiligen Gewichtung bekannt. Die Liegeeigenschaften werden mit 35 % in die Gesamtwertung einbezogen. Für diesen Test lässt Stiftung Warentest vier Personen mit unterschiedlichem Körperbau und -schwerpunkt die Matratze nach dem Haltbarkeitstest probeliegen. Beurteilt wird, wie tief die Schlafenden jeweils in Rücken-, Seiten- und Bauchlage in die Matratze einsinken, ob es Kontakt zum Lattenrost gibt, wie groß der Widerstand beim Herumwälzen ist, ob die Schultern in Rückenlage nach oben drücken, aber auch Komforteigenschaften wie die Elastizität, das Nachschwingverhalten und die Geräuschkulisse bei unruhigem Schlaf. Die Liegeeigenschaften fließen mit 35 % in die Gesamtnote ein und sind damit das wichtigste Kriterium.

Die Haltbarkeit der Matratze prüft Stiftung Warentest maschinell. Eine Walze wird mit 140 kg Druck 60.000mal über die Matratze geführt, um das extrem unruhige Schlafverhalten einer schweren Person über mehrere Jahre zu simulieren. Außerdem werden Faktoren wie Temperaturveränderungen und starke Schwankungen in der Luftfeuchtigkeit beziehungsweise Raumfeuchte eingerechnet. Mit 25 % ist die Haltbarkeit stark an der Gesamtnote beteiligt.

Der Bezug einer Matratze muss waschbar sein, darf keine dauerhaften Flecken oder Ränder ausbilden und sollte hochwertig verarbeitet sein. Er darf beim Waschen nicht einlaufen und muss danach immer noch eine gute Passform haben. Die Bewertung des Bezugs macht 10 % der Gesamtnote aus.

Wie sich die Matratze auf Gesundheit und Umwelt auswirkt, lässt Stiftung Warentest mit 10 % in die Gesamtnote einfließen. Beurteilt werden Raumbelastung und Geruchsbelästigung. Beim Test geht es darum, ob und in welchem Maß die Matratze Chemikalien in den Raum abgibt, die erstens der Gesundheit und der Umwelt schaden und zweitens unangenehm riechen. Getestet wurde jeweils die frisch ausgepackte Matratze für 24 Stunden sowie die für einen knappen Monat gelüftete Matratze. Die Matratze wird zusätzlich auf chemische Rückstände im Inneren der Matratze untersucht und es wird ausgewertet, ob die einzelnen Materialbestandteile sauber voneinander getrennt und damit umweltschonend entsorgt werden können.

Unter Handhabung fasst Stiftung Warentest zusammen, wie die Matratze sich beim Transport verhält, wie handlich sie ist und ob sie sich gut wenden lässt. Das macht weitere 10 % der Gesamtnote aus.

Der Punkt Deklaration und Werbung fließt mit 10 % in die Gesamtnote ein und bezieht sich auf die Herstellerangaben. Es geht darum, wie genau die Materialien deklariert sind, ob Angaben zu Umweltverträglichkeit und Gesundheit gemacht sind, ob die Härtegrade deutlich kommuniziert werden und vor allem, ob die Angaben in der Werbung eine Rolle spielen oder nur auf Nachfrage zu erhalten sind.

Insgesamt schaut Stiftung Warentest also durchaus auf die Eigenschaften der Matratze im täglichen Gebrauch und auf den Einfluss auf die Gesundheit. Andere Faktoren fließen aber mit einer insgesamt recht hohen Gewichtung in die Gesamtnote mit ein und können das Ergebnis für rein gesundheitlich orientierte Menschen verfälschen. Getestet werden außerdem nur Matratzen in den mittleren Härtegraden, also H2 und/oder H3, in den Maßen 90 cm x 200 cm. Auf größere Matratzen mit beispielsweise 180 cm x 200 cm sind die Ergebnisse im Bereich Liegeeigenschaften und Haltbarkeit nicht übertragbar. Denn diese Matratzen werden häufig von zwei Menschen gleichzeitig genutzt, so dass sie ganz anderen Belastungen ausgesetzt sind.

Die beste Matratze der Welt?

Jedes Jahr werden von Stiftung Warentest etwa 12 bis 24 Matratzen getestet. Dabei beschränkt man sich auf die Modelle, die besonders häufig gekauft werden oder deren Hersteller gute Kontakte zur Stiftung unterhalten. Das Problem ist, dass es sehr viel mehr als die getesteten Matratzen gibt. Und nur weil viele Menschen ein Modell kaufen, muss es nicht gut sein. Stiftung Warentest testet, was weit verbreitet genutzt wird. Unter den zahlreichen nicht getesteten Matratzen können also durchaus einige sein, die sehr viel besser als der Testsieger ausfallen würden, aber niemals getestet werden. Was wäre, wenn die Vive Matratze von Technogel so ein Modell ist?

Die Matratze ist eine Gelmatratze vom Hersteller Technogel. Sie ist sehr anpassungsfähig und extrem haltbar. Allerdings sind die Kosten für diese Matratze auch sehr hoch, denn das verwendete Gel ist in der Herstellung aufwändig und teuer.

Weitere gute Matratzen

Neben dem Testsieger Bodyguard hat Stiftung Warentest weitere Matratzen getestet, die gut bis sehr gut ausfallen. Allerdings nicht in der Gesamtnote, sondern nur in den relevanten Liegeeigenschaften und anderen Teilgebieten. Abhängig davon, worauf man bei der Matratze Wert legt, lohnt ein genauer Blick:

  • Casper Matratze mit der Gesamtnote 2,3 ist nur 0,1 Note schlechter bei den Liegeeigenschaften als der Testsieger
  • Emma Matratze mit der Gesamtnote 4,2 ist nur 0,3 Note schlechter bei den Liegeeigenschaften und hat eine schlechte Note durch die Abwertungen bei Deklaration und Werbung sowie Handhabung. Die Punkte erscheinen eher unwichtig für einen erholsamen Schlaf. Diese Matratze war Testsieger bei der "Holländischen Stiftung Warentest".
  • Bruno Matratze mit der Gesamtnote 2,7 ist nur 0,3 Note schlechter bei den Liegeeigenschaften als der Testsieger, die Abwertungen kamen bei Handhabung und Deklaration & Werbung zustande.